Wiesbadener Tagblatt / Berlin, 7. November 1962
Die Wahlen in Amerika / Republikaner kritisieren Kuba-Abkommen
Washington, 6. November. (UPI) In j den USA haben am Dienstag bei allgemein freundlichem Herbstwetter Kongreß- und Gouverneurswahlen stattgefunden, deren Ergebnis sich erst am Mittwoch abzeichnen wird. Die etwa fünfzig Millionen Amerikaner, die an den Wahlurnen erwartet wurden, hatten alle 435 Abgeordneten des Repräsentantenhauses, 39 der 100 Senatoren und 35 der 50 Gouverneure sowie zahlreiche örtliche Wahlbeamte neu zu wählen.
Die Republikanische Partei hat unmittelbar vor der Wahl noch einmal versucht, ihre harte Haltung in der kubanischen Krise als Trumpf karte auszuspielen. Die Wahlkampfleiter der Partei, der ultrakohservative Senator Gold water aus Arizona und der Abgeordnete Wilson, forderten Präsident Kennedy auf, seine Erklärung, daß es nicht zu einer Invasion Kubas kommen werde, zurückzunehmen und der Nation zu versichern, daß Kuba und die Hemisphäre vom Kommunismus befreit würden. Das kubanische Arrangement zwischen Kennedy und Chruschtschow bedeute, daß man Castro und den Kommunismus in Lateinarnerika eingeschlossen und den Schlüssel zu ihrer Beseitigung fortgeworfen habe.
Präsident Kennedy ist in seine Heimat Boston geflogen, uro dort seine Stimme für seinen Bruder Ted abzugeben. John F. Kennedy hatte selber einmal den Senatssitz inne, um den sein 50 jähriger Bruder sich jetzt bewirbt.





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