Auf das jahr 1719.
Leipzig, den 4. Januar.
Paris.
Es ist eine neue Auflage von den so wohl geschriebenen Memoires de M. de Pontis heraus gekommen. Der Autor hatte sich nach Port-Royal begeben, und ist auch daselbst gestorben. Man sagt, seine vorgesezten hätten ihm ihre Feder baden gelehnet, aber die Satyrischen Stellen nicht weggestrichen, welche er aus Verdruss über sein wiedriges Glück, gegen den Kardinal von Richelieu mit einfliessen lassen, dem sie ohne dem nicht gut waren.
Zu Nancy hat man den ersten Teil von der Historie dogmatique du Saint Siege des Herrn Sommier, Predigers zu Champ, und geistlichen Rats im Ober-Gerichte von Lothringen gedruckt.
Der P.D. Bernard, ein Theatiner, hat vor einigen Monaten ein Buch unter folgendem Titel heraus-

gegeben: Maximes pour la conduite du Prince Michael, Roi de Bulgarie, traduites du Grec en vers Francois, er prefentees au Roi pa le Pere D. Bernard, Theasin, A Paris 1718, 4. pagg. 45. Photius einer der grössten und gelehrtesten Männer seiner Zeit, hat diesen Brief an den Prinz Michael geschrieben. Es ist derselbe zu Londen 1651 zu Anfang der anderen Briefe Photii, nebst Rich. Montacutii Übersetzung gedruckt worden, welcher davor gehalten, es sei dieses nur ein Auszug aus dem Briefe; da hingegen andere glauben, der Brief sei ganz, und meinen man können nicht daran zweifeln, wenn man denseben lese. Im ersten Teile desselben ist eine Unterweisung in den Glaubensartikeln, der Historie un den Schlüssen der Concilten, im anderen aber eine Sammlung der Maximen aus der besten Politik, so man einen Könige vorlegen kann, enthalten. Photius führt denselben durchgehends auf das Wohlsein seiner Untertanen. Der P. Bernard glaubet, dass Photius sich noch nicht von der Kirche abgesondert gehabt, als er diesen schönen Brief geschrieben; aber man kann das Gegenteil leicht aus der Historie sehen. Der P. Bernard sagt, er habe diesen Brief übersezt und dem Könige überreicht, um zu zeigen, dass die Regeln seiner vorgesezten Lehrmeister, sich auf die grössten Krempel gründeten. Er wird ehestens die historie Constantins des Grossen heraus geben, an welchem wichtigen Wercke er schon lange Zeit arbeitet. Man hat schon von ihm den Fractat de La Reconnoissance Chretienne, und das Leben Cajetani feines Stiffters. Weil ihn der Marschall von Satinat seiner vertrauten Freundschaft gewürdigt, so hat man gehofft, er werde desselben Leben beschreiben; allein man versichert, dass derselbe aus einer allzugrossen Mobestie alle Nachrichten, die zu Beschreibung seines Lebens dienen können, verbrannt habe.
Neulich ist folgendes Buch herausgekommen: Hissoire du Droiz Romain, par M. Claude Joseph de Ferriere, ancien Abocat, es c. A Paris 1718, 12. pagg. 410. Der Autor macht den Anfang mit den sieben ersten Römischen Königen und ihren Verordnungen, der Einrichtung der Republic, Einsetzung der Confulum, Tribun, Plebis, Decemvirum, und den Gesetzen der XII Tafeln, erklärt den Unterschied unter einem Gesetz und Plebisictio, und unter dem Ansehen der Erklärung der Jctorum und des Edicti Praesoris, kommt hernach auf die Römischen Rechte unter den Rayfern von Augusto bis auf Justnianum, von welchem lezteren und dessen Taten er weitläufig bandelt, und folgends vom Römischen Rate, und dessen Ansehen unter den Rayfern redet. Im 17 Kapitel gibt er Nachricht von den Rechtsgelehrten, deren Schriften und Aussprüche in den Digeftis zusammen getragen sind, worauf eine Nachricht von den Compilationibus Juris Romani vor Justiniano, und unter demselben folgt; allwo er das Römische Recht rühmt, weil man so iel Regeln darin finde, die mit der gefundenen Vernunft und der Billigkeit überein kommen. In den 4 lezten Kapiteln handelt er von den berühmtesten Auslegern des Königlichen Rechts, was erfordert werde wenn man dasselbe lernen wolle, von der Methode dasselbe zu studieren, den Situationen und den Abbreviaturen. Unter anderen macht er eine schöne Vergleichung zwischen Cujacio und Molineo, deren jeder in seiner Art unvergleichlich gewesen; jener war das Haupt unter den Auslegern der Römischen Rechte, dieser aber unter den Französischen Rechtsgelehrten. Das Buch wird hoch geschäzt, und enthält viel curioses. Der Autor hat auch eine Übersetzung der Institutionen unter der Presse, die folgenden Titel führen wird:
Nouvelle Traduction des Institutes de l’Empereur Inflimien, avec des observations pour l’Intelligence du Texte, l’application du Droit Francois au Droit Romain, et’ la conference de l’ in avec l’autre.





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