Monschau (pejo). Der Sieger des nicht ausgetragenen 6. Burgringrennens wurde der Amtsschimmel. So schreiben die Nachrichten 1953 auf ihrer Sportseite.
Die Nachrichten teilten den Le
sern mit, wie die Verkehrs- und
Innenminister „eines der größten
motorsportlichen Ereignisse Westdeutschlands zum Tode verurteilt” hatten.
Der Hintergrund: Die Innenminister der Länder hatten vereinbart, daß Rennen, die durch geschlossene Ortschaften führen, nicht mehr erlaubt werden sollten. Nordrhein-Westfalen hielt sich daran, während die Hessen weiter genehmigten.
Der Nachrichten-Beitrag stellte heraus, daß der Motorsportclub Monschau Pionierarbeit geleistet habe: Das Burgringrennen sei das erste Rennen gewesen, bei dem im Nachkriegsdeutschland ein internationales Fahrerfeld an den Start ging. 1952 hätten mehr als 40 000 Menschen die Rennstrecke gesäumt. Und das sei ja immerhin bemerkenswert in einem Kreis, in dem der Fremdenverkehr der wichtigste Wirtschaftszweig sei.
Die Chronologie der Ereignisse: Am 30. Januar 1953 war der Genehmigungsantrag gestellt worden. Dann wurde die Rennstrecke von der Obersten Motor-sportkommision besichtigt und für vollkommen ungefährlich für Zuschauer erklärt. Dann kam der Verkehrsausschuß mit Polizei und Regierungspräsident und sagte, wenn bestimmte Auflagen erfüllt würden, könne wohl mit der Genehmigung gerechnet werden.
Erklärung des RP
Und dann schrieben beide, sie hätten sich gegen das Rennen ausgesprochen. Und das hieß: Bei diesen Einsprüchen keine Genehmigung. Als es dann in Monschau hieß, Polizei und RP hätten eine Zustimmung gegeben, wenn man mit nicht mehr als 40 km/h durch die Stadt fahre, schrieb der RP: „Ich habe keineswegs erklärt, daß ich befürworten würde, wenn der Motorsportclub die Garantie dafür übernimmt, wenn jeder Fahrer das besiedelte Stadtgebiet mit einer Geschwindigkeit von 40 km/h durchfährt. Vielmehr ist als verringerte Geschwindigkeit, mit der die Fahrer eventuell die Stadt durchfahren sollen, eine solche von 20 km/h genannt worden.”
Wie Emil Zatopek
Dazu der Kommentar der Nachrichten: „Es wäre ein einmaliges Rennen geworden: Die Rennfahrer hätten die Stadt Monschau mit der Geschwindigkeit durcheilt, die Emil Zatopek bei seinen 5000-Meter-Läufen zu entwickeln pflegt.” Die Clubmitglieder erwiderten die Absage auf ihre Art: Sie organisierten zum Gaudi der Zuschauer eine Protestfahrt mit mehreren Runden auf dem Rennkurs mit 20 km/h und dann mit gleichem Tempo eine Kreisrundfahrt.

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