FAZ, Donnerstag, 31. August 1995
Der Taifun „Kent” hat am Mittwoch im Norden der Philippinen Überschwemmungen und Erdrutsche hervorgerufen. Nach Angaben der Behörden kam eine Person ums Leben. In mehrere Ortschaften ergossen sich Lawinen aus Schlamm und Asche des Vulkans Pinatubo. Viele Menschen saßen auf den Dächern ihrer Häuser fest und konnten zum Teil erst nach Stunden mit Hubschraubern geborgen werden. Von der Katastrophe getroffen war die Provinz Pampanga rund 100 Kilometer nördlich von Manila, wo nach dem Ausbruch des Pinatubo 1991 Tausende von Häusern unter Schlammlawinen begraben worden waren. In der Ortschaft Bacolor ragten die Häuser am Mittwoch nur noch zum Teil aus Asche und Schlamm heraus, so daß die Bewohner auf die Dächer flüchteten (unser Bild). Verärgert über die schleppende Bergung der Opfer mit Hubschraubern, übernahm Provinzgouverneur Lifo Lapid selbst die Leitung, einer Rettungsaktion. In dem Dorf Santa Ines wurden zwanzig Mitglieder einer Familie geborgen, die vom Dach eines großen Hauses sprangen und dann von einem Bergungstrupp nach und nach mit Seilen aus dem Schlamm gezogen wurden. Das Katastrophenzentrum teilte mit, am Mittwoch morgen seien 170 und am Vorabend rund 750 Personen aus dem Gebiet in Sicherheit gebracht worden. Der Taifun befand sich am frühen Mittwoch abend rund 130 Kilometer nordwestlich der Insel Batanes und erreichte noch immer Geschwindigkeiten von bis zu 170 Kilometern in der Stunde. Ausläufer des Taifuns brachten auch dem Süden Taiwans schwere Regenfälle. Nach Angaben der Behörden ertrank ein Mann, als er von einem über die Ufer getretenen Fluß weggerissen wurde.





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