Kölner Stadt-Anzeiger Dienstag, 28.Juni 1984
Zimmermann: Hauptaufgabe nach Friedenspolitik
München — Der Umweltschutz ist nach den Worten von Bundssinnenminister Zimmermann (CSU) die wichtigste Aufgabe nach der Sicherung des Friedens. Zum Auftakt der internationalen Umweltkonferenz sagte Zimmermann am Montag in München, die Konferenz über Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (KSZE) habe zuerst in Helsinki und später in Madrid festgehalten, Umweltschutz sei ein wichtiges Gebiet der Kooperation zwischen Ost und West.
Zimmermann verwies vor den Teilnehmern aus 31 Ländern darauf, daß gerade die Umweltschäden, die auf Luftverunreinigungen uiid ihren weiträumigen Transport zurückgehen, „dramatisch zugenommen” hätten. In mehreren Staaten Mitteleuropas zeigten sich Waldschäden auf großen Flächen. Viele Gewässer seien versauert. Alarmierend seien die Schäden an historischen Bauwerken. Schließlich werde immer mehr die Gesundheit des Menschen gefährdet.
Der Minister setzte sich für eine schnelle Hilfe ein. „Unsere Umwelt braucht Soforthilfe,, wenn die Schäden sich nicht katastrophal ausweiten sollen.” Ziel der Bundesregierung sei es, den Wissens- und Erfahrungs-austauch über die Probleme des Transports von Schadstoffen auszubauen* Zimmermann verlas ein Grußwort Bundeskanzler Kohls, in dem der Regierungschef das Münchener Treffen als Beweis wertet, daß „Dialog und Zusammenarbeit für alle Seiten notwendig und nützlich sind”« West und Ost seien über alles Trennende hinweg bereit, über praktische Lösungen zur Verminderung der Schadstoffe zu beraten.
Der Leiter der deutschen Delegation, Staatssekretär Spranger, sprach sich entschieden für die Nutzung umweltfreundlicher Arbeitsmethoden aus. Die Technik zur drastischen Reduzierung der Emissionen, vor allem von Schwefeldioxid und Stickoxyden stünden zur Verfügung» „Ihr Einsatz ist kein Luxus, sondern ein Gebot ökologischer aber auch ökonomischer Vernunft.” Nur durch strikte Luftreinhaltung seien die natürlichen Lebensgrundlagen zu sichern, aber auch die Produktionsgrundlagen der Wirtschaft und damit die Arbeitsplätze. Spranger verwies darauf, nur gemeinsame Anstrengungen könnten die Situation verbessern. „Die Staaten in Ost und West sind Verursacher und Betroffene zugleich.”
Während der Konferenz arbeitet eine Redaktionseruppe eine Entschließung aus, die am morgigen Mittwoch verabschiedet werden soll. Es wird eine breite Übereinstimmung angestrebt.
„Kein Land soll auf die Anklagebank gesetzt werden”, sagte dazu der Pressesprecher des Innenministeriums, Härdtl.





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