Der Abend Donnerstag, 14. August 1980
W a r s c h a u (AP/dpa). Die Stau
welle unter den Busfahrern und
ßenbahnern Warschaus hat auf die
städtisch betriebenen Funktaxis über
gegriffen. Auch in diesem Fall ver
langen die Streikenden höhere Löhne,
wie aus Dissidentenkreisen verlau
tete. Die Privattaxis verkehrten, da-
gegen störungsfrei.Bisher konnte der Streik der Straßenbahn- und Busfahrer noch nicht völlig beigelegt werden. Wie gesternabend weiter zu hören war, wurde zwar in einem der streikenden Depots eine Einigung erzielt. Dafür schloß sich ein anderes Depot, dessen Arbeiter die Arbeit schon wieder aufgenommen hatten, dem Streik erneut an. Die Situation änderte sich ständig. Während im Stadtzentrum der Verkehr von Autobussen und Straßenbahnen fast normal schien, waren andere Städtviertel wie Zoliborz im Norden schwer betroffen.
Die Bevölkerung nahm die Verkehrsstörungen weitgehend mit Gleichmut hin. An den Bushaltestellen wurde jedoch viel diskutiert. Die Menschen versuchten, sich den Heimweg von der Arbeit so zu kombinieren, daß sie auf gerade nicht streikendem Linien nach Hause kamen. Es gab jedoch keine Informationen darüber, welche Linien verkehrten und welche nicht. Auch am Mittwoch erwähnte das Fernsehen den Streik nicht.





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